Spielt ALBA Berlin nun Handball oder Basketball? Der Sportschau ist es egal

:: Medien, Allerlei

Mit Stand vom 14. Januar 2015 erschien auf der Homepage der Sportschau ein Artikel über die Bamberger Basketballer. Darin findet sich ein Satz über die ALBA Berlin (ebenfalls eine Basketball-Mannschaft):

ALBA Berlin dominiert aktuell in der Liga und ist das einzig verbliebene deutsche Team in der Euro League, der Champions League des Handballs.

Ah! ALBA spielt auch noch Handball? Oder doch nicht? Jedenfalls sollte da wohl “in der Euro League, der Champions League des Basketballs” stehen, denn die Euro League ist ein europäischer Wettbewerb von Basketball-Vereinsmannschaften.

Denke ich mir also: “Ach, wie lustig, das kann ja mal passieren” und twittere die Sportschau am 15. Januar 2015 und 18. Januar 2015 mit einem Hinweis auf den Tippfehler an. Beim heutigen Durchblättern der Sportschau-Seite stieß ich erneut auf den Text und der Fehler ist heute, also am 30. Januar 2015, nach wie vor dort zu sehen:

Homepage Sportschau

Homepage Sportschau

Ich meine, man kann sich ja mal vertun, aber dann auf einen Leserhinweis so gar nichts zu unternehmen, ist der Sportschau eigentlich nicht würdig.

Update: Ich twitterte die Sportschau mit meinem Blog-Post an und unmittelbar danach wurde der Fehler korrigiert. Sehr prompte Reaktion.

  1. Docker-Meetup in Frankfurt

:: IT, Docker, Veranstaltungen

Am 13. Januar 2015 fand in Frankfurt das bereits dritte Docker-Meetup statt, hier einige Notizen von mir dazu.

Neues zum Them Orchestrierung

Peter Rossbach hat in einem munteren Vortrag einige Neuerungen aus dem “Docker Universum” zum Thema Orchestrierung vorgestellt. Unter anderem Docker Machine, Docker Swarm, Docker Compose (ehemals fig.sh, das wohl aufgrund von Aussprachemehrdeutigkeiten umbenannt wurde) etc. Ein sehr interessanter Überblick, insbesondere da Peter auch die ganzen Sachen immer mal angefasst und ausprobiert hat. Im Kern scheint es mir jedoch so zu sein, als wäre die Frage nach “Was nimmt man am besten, um Docker auf einer oder mehreren Maschinen im Produktivbetrieb zu nutzen?” noch recht in Bewegung. Für mich kristallisiert sich für meine Anwendungsfälle da bisher noch keine überzeugende Lösung heraus. Was ich jedoch einmal testen werde ist das fig.sh bzw. Docker Compose, da man damit eigentlich sehr schön in einem YAML-Dokument mehrere Container und ihre Abhängigkeiten darstellen kann.

Docker Linking

Erkan Yanar hat in einem Einsteigervortrag die Grundlagen von Links zwischen Containern vorgestellt. Hier scheint die Entwicklung auch noch in Bewegung zu sein, insbesondere Links über mehrere Hosts hinweg scheinen doch noch nicht so ganz einfach handzuhaben zu sein (vorgestellt wurden Ambassador-Ansätze mit socat und anderes).

Besonders erhellend fand ich den Hinweis, dass ab Docker Version 1.3 nun bei Links zwischen den Containern die /etc/hosts auch nach Neustarts von gelinkten Containern immer deren richtige IP-Adresse erhält, wohingegen die Umgebungsvariablen nur die Ursprungs-IP-Adressen enthalten (also ein klares “Verlasst Euch nicht auf die Umgebungsvariablen!”).

Netzwerken mit Docker

Andreas Schmidt stellte eine ganze Reihe von Varianten vor, mit denen man die Container im Netzwerk auf unterschiedliche Arten und Weisen verknoten kann. Soweit ganz interessant, aber nicht meine “Liga”, wo ich mich gut auskenne.

Fazit

Bei Docker in Bezug auf Orchestrierung und Container-Linken gibt es recht viel Bewegung und für mich kristallisieren sich die überzeugenden Konzepte noch nicht so richtig heraus, um damit in eine Produktivumgebung zu gehen. Im Bereich der Entwicklung und der Tests nutze ich die Container von Docker schon recht gerne, bei Produktiv-Umgebungen schreckt mich die Vielzahl an Werkzeugen und zum Teil auch die Komplexität doch noch etwas.

Jedenfalls wieder ein gutes Meetup mit Ideen und Anregungen. Ich finde das schon sehr außergewöhnlich (besonders wenn man es mit anderen Branchen vergleicht), dass sich Leute zum Austauschen über Technologie treffen, Vorträge vorbereiten etc.

Aus zwei mach eins

:: Homepage, IT

Bisher hatte ich meine Blog-Einträge auf zwei Blogs aufgeteilt, eines mit mehr technischen (und zum Teil englischen Texten) und dieses hier mit deutschen Texten. Ich denke, ich werde das auf dieses eine Blog hier konzentrieren. Das reduziert doch etwas den Verwaltungsaufwand. Ich habe die Texte vom nun etwas still gelegten Blog hier herüber kopiert.

Ich habe mal Octopress aktualisert

:: Homepage, Octopress

Neulich fiel mir auf, dass die Suchfunktion, die auf Google basiert, nicht nur auf der eigenen Homepage, sondern im “gesamten” Suchindex von Google gesucht hat. Eben flatterte dieser Tweet mit Link zu einem Fix an mir vorbei und da hat sich wohl die API geändert.

Octopress-Tweet

Octopress-Tweet

Also habe ich mich einmal an den Hinweisen zum Aktualisieren von Octopress orientiert. Hierzu werden die folgenden Schritte vorgeschlagen:

git pull octopress master      # Get the latest Octopress
bundle install                 # Keep gems updated
rake update_source             # update the template's source
rake update_style              # update the template's style

Soweit lief das auch. Es tauchten anschließend zwei Probleme auf:

  1. Das execjs jammerte, dass ihm irgendwie eine JavaScript-Bibliothek fehlte. Nach kurzer Recherche gab es die Empfehlung, die Zeile gem 'therubyracer' in das Gemfile aufzunehmen. Okay, das funktionierte schon einmal.

  2. Bei den Feeds für die Kategorien jammerte das Octopress ein ungültiges Layout an. In category_feed.xml stand in der Tat layout: nil. Ich habe das auf layout: page geändert. Nun tat auch dies.

Mit dem Update funktioniert nun auch das Such-Formular wieder.

Ergänzung: Ich lasse das Jekyll und Octopress in einem Docker-Container laufen und irgendwie bekam ich bei rake preview meine Seite nicht mehr zu sehen. Da ich mich mit Ruby und den Komponenten nicht so gut auskenne, weiß ich nicht, ob mein “Fix” so gut ist: Ich habe im Rakefile den rackup-Aufruf um den Parameter -o 0.0.0.0 ergänzt. Dann bekam ich vom Host wieder eine Verbindung zum Webserver im Octopress-Container.

Update vom 04. Januar 2014: Nach einem kurzen Gespräch via Twitter habe ich mich entschieden, den eingebauten Server doch wieder so zu belassen, wie es im Rakefile ursprünglich stand. Statt dessen habe ich einfach in dem Docker-Container einen nginx hinzuinstalliert, der dann mein public-Verzeichnis an den Port 4000 ausliefert. So funktioniert es wieder prima: Ich starte den nginx und lasse dann das rake watch laufen, um die Seiten immer wieder neu zu erzeugen, wenn sich Dinge geändert haben.

Aus der Entscheidung des BVerfG zur Erbschaftsteuer

:: Steuern

Das Bundesverfassungsgerichts hat in seiner Entscheidung vom 17. Dezember 2014 (1 BvL 21/12) Regelungen zur Erbschaftsteuer als verfassungwidrig moniert. Ich finde in der Entscheidung eigentlich den fünften Leitsatz mit am interessantesten:

“Ein Steuergesetz ist verfassungswidrig, wenn es Gestaltungen zulässt, mit denen Steuerentlastungen erzielt werden können, die es nicht bezweckt und die gleichheitsrechtlich nicht zu rechtfertigen sind.”

Nun bin ich kein Steuer-, Verfassungsrechtsspezialist (genaugenommen gar kein Rechtsspezialist) und weiß nicht, ob dieser Satz nicht ohnehin schon gilt oder Verfassungs- und Steurrechtsrealität ist. Ich habe es allerdings in dieser Klarheit noch nicht gelesen. Und wenn ich mir so das eine oder andere Steuergesetz und seine Wirkungen ansehe, dann kommt da unter diesem Leitsatz vielleicht in den kommenden Jahren einiges auf die Gerichte zu.

Migration alter Blog-Einträge

:: Homepage, Org-Mode, Octopress

Es kamen lange Winterabende und ich habe die alten Blog-Einträge von der mittels Org-Mode erstellten Seite hier nach Octopress migriert. Im Archiv sind diese zu finden und die Links etc. sollten nun auch passend mit migriert worden sein.

Bei der Konvertierung habe ich ein Programm kennengelernt, das mir sehr geholfen hat: Pandoc. Das ist ein Konverter, der Text- und Markupdateien hin und her konvertieren kann. Dabei beherrscht er eine ganze Reihe von Formaten. Insbesondere kann er das Org-Mode-Format (das ich für viele Dinge verwende) ebenso wie LaTeX und Markdown (daneben aber auch noch eine Legion von Formaten).

Da mein Hauptdateiformat ohnehin “Textdateien” sind (“Never trust a file that isn’t ASCII”) ist das sehr praktisch, um zwischen verschiedenen Markup-Formaten hin und her zu springen.

Für die Migration meine Blog-Einträge lief dies wie folgt: Ich hatte die in der alten Homepage mit Org-Mode und Org-Jekyll erstellt. Dabei hatte das Org-Jekyll-Modul entsprechende HTML-Dateien mit einem YAML-Header erzeugt. Mittels Pandoc konnte ich die nun wieder nach Markdown konvertieren, habe die YAML-Header ein wenig angepasst, Kategorien aktualisiert und noch mal das Markup zwecks Zeilenumbrüche, Fußnoten und Links geprüft und leicht angepasst. Insgesamt sehr schnell bewältigbar.

Dieser ganze Zoo rund um Markdown und andere ähnliche Formate ist zwar manchmal ein bisschen unübersichtlich, aber mir gefällt das sehr gut, dass man mit wenig Markup schön Textdateien strukturieren kann und dann mit Pandoc auch gut hin und her konvertieren kann.

Warten auf den technischen Fortschritt als politisches Prinzip?

:: Politik

Am 12. November 2014 sendete der Deutschlandfunk in der Reihe “Hintergrund” einen Bericht über die energetische Sanierung mit Wärmedämmverbundsystemen.

Zu der Diskussion wollte sich die zuständige Bundesministerin Barbara Hendricks nicht äußern, das Thema sei nur ein Randthema und sie habe andere Prioritäten. Sehr interessant waren dafür dann die Meinungen des sie vertretenden Staatssekretärs Gunther Adler.

In diesem Blogpost will ich auf einen Aspekt des Berichts eingehen. Es sei wohl so, dass die Entsorgung von Wärmedämmverbundsystemen (also im Wesentlichen auf verschiedene Arten behandeltes Polystyrol) schwierig ist. So wird gesagt:

“Das große Problem ist gerade bei der Polystyrol-Dämmung, dass die Lebenserwartung der Dämmplatten relativ gering ist. Man geht davon aus, dass sie 20 oder 30 Jahre an der Fassade bleiben können, dann ersetzt werden müssen.”

Über die Entsorgung wurde gesagt:

“Das Dämmmaterial Polystyrol darf nicht auf die Mülldeponie, unter anderem wegen der erwähnten Flammschutzmittel. Das Material soll in Müllverbrennungsanlagen vernichtet werden, …”

Auf diese Thematik angesprochen, entgegnete der Staatssekretär unter anderem:

"… da gibt es berechtigte Fragen, da gibt es auch nichts unter den Tisch zu kehren. Da gibt es im Moment noch Forschungsbedarf."

Die DLF-Redakteure wiesen hier jedoch darauf hin, dass das Material seit Langem eingesetzt würde. In den vergangenen 35 Jahren seien 900 Millionen Quadratmeter Wärmedämmverbundsysteme verbaut worden, davon 80 Prozent mit Polystyrol. Hierauf der Staatssekretär:

“Wenn wir da schon heute die Forschung anlaufen lassen und fragen, was passiert eigentlich in 30 oder 40 oder 50 Jahren, wenn das dann mal in die Müllverbrennungsanlage geht, da sollten wir doch offen für technischen Fortschritt in Deutschland sein, dass es unserer Industrie und unserer Forschung gelingen wird, beispielsweise Filteranlagen zu entwickeln, die wirklich garantieren, dass hundert Prozent aller Schadstoffe abgefangen werden.”

Ich fasse zusammen: Das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit unterstützt offen das Inverkehrbringen von Stoffen, deren Entsorgung zumindest “offene Fragen” und “Forschungsbedarf” bringt und das Ministerium findet, der technische Fortschritt wird es schon richten. Kurzum, es gilt das Prinzip “Hoffnung auf die Zukunft” und die Last, sich die Entsorgung zu überlegen, bürdet man den nachfolgenden Generationen auf.

Wo sind in diesem Zusammenhang eigentlich die ganzen Papiere und politischen Ansätze zu Nachhaltigkeit, Verantwortung, Schutz zukünftiger Generationen geblieben? Im Übrigen widerspricht die Haltung auch dem vom Bauministerium selbst herausgegebenen Leitfaden Nachhaltiges Bauen 2013, in dem besonderer Wert auf den Lebenszyklus von Gebäuden auch unter dem Gesichtspunkt der Entsorgung von Materialen gelegt wird.

Wenn schon das Thema “Wärmedämmverbundsysteme” nicht die Priorität der Bundesministerin hat, so muss sie sich fragen lassen, ob gerade im Umwelt- und Bauressort das Prinzip “Hoffnung auf die Zukunft” Leitlinie ihrer Politik ist.